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20. März 2025

Strategien gegen Mobbing und sexuelle Belästigung!


So lautete die Überschrift des gemeinsamen Seminars der Jugend- und Frauenvertretungen – dem ersten Seminar des BSBD im Jahr 2025.

Eingeladen hatte die dbb Akademie insgesamt 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast allen Landesverbänden der bundesweit vertretenen Gewerkschaft für den Justizvollzug. Planung und Leitung lagen in den erfahrenen Händen des Bundesseminarleiters Winfried Conrad.

Mitten in Köln lag das von der dbb Akademie ausgewählte Tagungshotel, sodass auch die nicht mit Seminararbeit ausgefüllten Stunden für den kollegialen Austausch genutzt werden konnten.

Nach der üblichen Vorstellungsrunde übernahm die Referentin des ersten Seminartages, Kollegin Daniela Peetz, die Leitung. Frau Peetz, Referentin für Beratung, Mentoring und Coaching im Bereich Frauen und Gleichstellung, verfügt über langjährige Erfahrungen durch ihre Tätigkeit bei der DPolG.

Die erste Fragestellung, die in Gruppenarbeit aufgearbeitet wurde, lautete: „Wann beginnt bei Euch die sexuelle Belästigung?“ Die Ergebnisse der Gruppenarbeit wurden anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Danach startete die Referentin ihren Vortrag und ging dabei auf konkrete Praxisfälle ein. Zum Beispiel thematisierte sie die Frage, wie eine Äußerung einer oder eines Vorgesetzten im Beurteilungsgespräch wie „Ich könnte da für Sie etwas tun!“ zu interpretieren ist. Im weiteren Verlauf definierte und erläuterte sie die Begriffe „sexuelle Belästigung“ und „Sexismus“ sowie deren Ursachen und Folgen.

Es schloss sich eine weitere Gruppenarbeit mit folgenden Fragestellungen an:

  • Was empfinden Frauen und Männer, die sexuell belästigt wurden?
  • Warum wehren sich Frauen und Männer nicht?
  • Was sind die Folgen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz für Betroffene, Mitarbeitende, Vorgesetzte und die Dienststelle?
  • Warum gibt es überhaupt sexuelle Belästigung?

Damit endete der erste Seminartag.

Am zweiten Tag standen die rechtlichen Möglichkeiten bei sexueller Belästigung im Vordergrund. Rechtliche Grundlage ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Besonders hervorgehoben wurde der § 12 AGG, in dem Maßnahmen und Pflichten des Arbeitgebers formuliert sind. Wichtig nach dem AGG ist auch die Schaffung von Beschwerdemöglichkeiten, beispielsweise durch Einrichtung einer Beschwerdestelle. Aufgabe und Funktion einer solchen Beschwerdestelle wurden eingehend erörtert.

Zudem wurden arbeitsrechtliche Möglichkeiten aufgezeigt, um Fehlverhalten zu sanktionieren sowie strafrechtliche Schritte einzuleiten.

Am Nachmittag besuchten die Seminarteilnehmenden die JVA Köln-Ossendorf, eine der größten Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen. An der Außenpforte wurden sie bereits von den Kollegen Frank Prösdorf und Holger Zlobinski erwartet. Kollege Prösdorf war in seiner Funktion als stellvertretender Personalratsvorsitzender und Kollege Zlobinski als Pressesprecher – beide BSBD-Mitglieder – Ansprechpartner für die Gruppe.

Erste Station beim Rundgang war der anstaltseigene Friseursalon. Die Teilnehmenden waren sehr beeindruckt vom Ausbildungsbetrieb für weibliche Inhaftierte. Ähnlich einem Haarstudio außerhalb der Mauern bilden hier zwei Friseurmeisterinnen die Inhaftierten aus.

Im Anschluss folgte eine kurzweilige Besichtigung der Einrichtung, bei der die begleitenden Kollegen auf Besonderheiten hinwiesen. Ein Highlight ist unter anderem der Besuch des Kölner Dreigestirns mit Gefolge zur Karnevalszeit. Ein großes Dankeschön gilt den beiden Kollegen für ihr kollegiales Engagement.

Der Referent des letzten Seminartages war für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein alter Bekannter. Michael Vetter, Kommunikationsprofi und Medientrainer, beschäftigte sich mit dem anspruchsvollen Thema: „Ursachen von Mobbing und Auswirkungen auf Betroffene“.

Zunächst erläuterte er den Teilnehmenden die Feinheiten und Möglichkeiten der Rhetorik. Über allem stand seine Kernaussage: „Lob ist die Königsdisziplin der Rhetorik.“ Mit weiteren klaren und unmissverständlichen Thesen untermauerte er eindrucksvoll seine Ausführungen.

Die Problematik des Mobbings und mögliche Gegenmaßnahmen wurden in einem Rollenspiel praktisch bearbeitet. Dabei wurde ein realer Mobbingfall thematisiert, den eine anwesende Kollegin erlebt hatte. Michael Vetter konnte die Gruppe schnell für sich gewinnen – unter anderem mit dem Zitat: „Das größte Talent erfolgreicher Menschen ist, sich selbst motivieren zu können.“

Winfried Conrad beendete das Seminar mit der Information, dass der BSBD Bund im Jahr 2025 noch drei weitere Seminare durchführen wird.

Ursprünglich veröffentlicht unter https://www.bsbd.de

Quelle: BSBD / 20.3.2025
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