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14. Februar 2026
Tarifabschluss erzielt: Ein harter Kampf unter extremen Bedingungen
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wie wir euch bereits im Vorwege berichtet hatten, war uns allen klar: Diese Tarifverhandlungen würden kein Selbstläufer werden.
Doch was wir in den letzten Tagen und Nächten in Potsdam erlebt haben, hat alles bisher Dagewesene übertroffen. Es war ein Kraftakt, der uns allen wirklich alles abverlangt hat.
Zwischen Blockade und Respektlosigkeit
Die Ausgangslage war mehr als schwierig. Die Verhandlungskommission der TdL trat uns mit einer Verweigerungshaltung entgegen, die man phasenweise nur als respektlos bezeichnen kann. Die ersten „Angebote“ der Arbeitgeberseite waren schlichtweg desaströs und gingen an der Lebensrealität der Beschäftigten völlig vorbei.
Diese Haltung sorgte innerhalb unserer Verhandlungskommission für massive Stimmungsschwankungen. Wir haben die gesamte emotionale Bandbreite durchlebt:
- Wut und Empörung über die soziale Kälte am Verhandlungstisch.
- Verzweiflung, wenn Gespräche wiederholt zu scheitern drohten.
- Unverständnis darüber, wie wenig den Ländern die Arbeit ihrer eigenen Fachkräfte wert zu sein scheint.
Das Ergebnis im Überblick für unseren Bereich
Trotz der massiven Gegenwehr der Arbeitgeberseite konnten wir substantielle Verbesserungen durchsetzen:
Entgelt
Entgelterhöhungen (Laufzeit: 27 Monate):
- 2,8 % zum 01.04.2026**, mindestens jedoch um 100 € monatlich**
- 2,1 % zum 01.03.2027
- 1,0 % zum 01.01.2028
Zulagen für Schicht- und Wechselschicht (ab 01.07.2026):
Wechselschichtzulage: Erhöhung auf 200 €
Schichtzulage: Erhöhung auf 100 €
Der Wermutstropfen: Strukturelle Blockade
Wo Licht ist, ist leider auch Schatten. Die Arbeitgeberseite blieb bei strukturellen Themen unnachgiebig. Gespräche über eine stufengleiche Höhergruppierung sowie eine Paralleltabelle und weitere Nebenforderungen wurden strikt verweigert. Die TdL verwies hierbei beharrlich auf den § 12 (Eingruppierung) – ein Paragraph, der den Ländern bereits seit Jahren ein Dorn im Auge ist.
Ein ehrliches Fazit
Dieser Abschluss ist ein Kompromiss, der unter extremen Bedingungen zustande gekommen ist. Jeder von euch mag nun für sich entscheiden, wie er dieses Ergebnis bewertet. Mancher mag die Entscheidung verfluchen oder der Meinung sein, wir hätten aggressiver vorgehen müssen. Dies sind nun meine dritten Tarifverhandlungen im TV-L und ihr könnt mir glauben**, wir** haben alles versucht. Die ganze Bandbreite.
Doch wir, die wir uns in den letzten Monaten engagiert haben, die bei den Kundgebungen vor Ort laut waren und nun in Potsdam bis in die Nacht verhandelt haben, können dieses Ergebnis einordnen: Dies war zum jetzigen Zeitpunkt und mit dieser Verhandlungskommission der TdL das absolute Maximum.
Ohne euren Druck auf der Straße wäre selbst dieses Ergebnis nicht denkbar gewesen. Vielen Dank für eure Unterstützung in diesen schweren Stunden!
Ursprünglich veröffentlicht unter https://www.bsbd.de
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